Jahresbericht 2025

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Jacques Rime, Präsident

Vorwort

Ich freue mich sehr über die Wahl zum neuen Präsidenten von Holzindustrie Schweiz im Mai 2025 und danke den HIS-Mitgliedern herzlich für das in mich gesetzte Vertrauen. Ich werde alles daran setzen, die erfolgreiche Arbeit meines Vorgängers Thomas Lädrach weiterzuführen und mit der Verbandsarbeit die Branche nach innen zu unterstützen und nach aussen zu vertreten.

Das vergangene Jahr war wiederum, wie bereits 2024, kein einfaches für unsere Branche. Die Sägewerke verzeichneten dank der starken Nachfrage im Holzbau zwar meistens eine hohe Auslastung. Aber die Rohholzversorgung gestaltete sich durchwegs anspruchsvoll. Die Absatzpreise entwickelten sich infolge des Importdrucks nicht im gleichen Masse nach oben wie die Rohholzpreise. Viele Betriebe verdienten deshalb unter dem Strich kaum Geld. Für 2026 mehren sich die Anzeichen, dass wir von einer weiterhin stabilen Nachfrage sowie Preissteigerungen ausgehen dürfen. Als Holzproduzenten wünschen wir uns natürlich in erster Linie kräftige Preissignale auf der Absatzseite.

Das Jahr 2025 stand voll und ganz im Zeichen des Schweizer Holzes. Die zweite Durchführung der «Tages des Schweizer Holzes» (erstmals in 2017) verhalf unserer Branche zu viel Präsenz auf allen Kanälen. An 48 Standorten in der ganzen Schweiz konnte die Bevölkerung hautnah erleben, wie gefällt, gesägt, gehobelt, verleimt, zusammengefügt und aufgerichtet wurde. Ich bedanke mich im Namen von HIS bei unseren teilnehmenden Mitgliedern sowie den vor- und nachgelagerten Partnern in der Holzkette für ihr riesiges Engagement. Die Aktion TSH25 führt ohne Zweifel zu noch mehr Nachfrage nach Schweizer Holz und mehr Akzeptanz bei der Bevölkerung für die Holznutzung im Schweizer Wald.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch beim Team auf unserer Geschäftsstelle in Bern für den stets grossen Einsatz bedanken. Wir durften letztes Jahr zwei langjährige Mitarbeiterinnen, Sybil Nydegger und Barbara Kästli, verabschieden und vier neue Kolleginnen und Kollegen begrüssen. Dank den Neuzugängen konnten wir uns insbesondere in den Bereichen Kommunikation und Normenarbeit verstärken.

Editorial

Der Jahresbericht von Holzindustrie Schweiz erscheint bereits zum zweiten Mal im Hybridformat – mit gedrucktem Leporello und der Vollversion in elektronischer Form. Die Reaktionen der Leserschaft auf das neue Format waren durchaus positiv, was uns ermutigt hat, diesen Weg weiter zu gehen. Die Vorteile eines elektronischen Jahresberichts liegen auf der Hand: modernes Erscheinungsbild, videotauglich, flexibel, aktuell, grosse Reichweite, kostengünstig in der Produktion.

Wir sind überzeugt, Ihnen mit dem vorliegenden Jahresbericht 2025 wiederum einen «knackigen» Überblick über unsere vielfältigen Verbandsaktivitäten im vergangenen Jahr geben zu können. Im Fokus stehen die Tage des Schweizer Holzes.

Viel Spass beim Lesen!

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Michael Gautschi, Direktor

Schweizer Wirtschaft

Das Jahr 2025 war durch eine erhebliche Volatilität der Aussenhandels- und BIP-Daten geprägt. Die Schweizer Wirtschaft wuchs im Berichtsjahr (2025) über das ganze Jahr moderat um 1.4 Prozent. Die Teuerung betrug lediglich 0.2 Prozent. Mit einem Jahresdurchschnitt von 2,8 Prozent lag die Arbeitslosenquote 2025 auf ihrem langjährigen Durchschnittswert.

Das Schweizer Bauhauptgewerbe zeigte 2025 ein gemischtes Bild: Während der Wohnungsbau dank tieferer Zinsen und hoher Nachfrage weiter wuchs, stagnierte der Wirtschaftsbau und der Tiefbau erholte sich erst allmählich. Für 2026 erwartet der Baumeisterverband trotz konjunktureller Unsicherheiten eine Zunahme der Bautätigkeit um 1.9 Prozent. (SBV 26.11.2025).

2027 sollte sich das Wachstum in der Schweiz im Zuge einer allmählichen Erholung der Weltwirtschaft bei 1.7 Prozent normalisieren. Die Prognose basiert auf der technischen Annahme, dass die Zölle international auf dem aktuellen Niveau verharren. Die Unsicherheit bleibt allerdings gross. (SECO)

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Holzwirtschaft international

Die europäische Baukonjunktur erholte sich im Berichtsjahr 2025 langsam, nachdem sie noch im Vorjahr in einer tiefen Krise steckte. In Deutschland stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen wieder nach drei Jahren des Niedergangs. Die europäische Gesamtbauleistung soll 2026 um ganze 2.5 Prozent zulegen.

Die europäische Sägeindustrie musste erneut ein wirtschaftlich schwaches Jahr hinnehmen. Hohe Rohstoffbeschaffungskosten und weltweit schwache Absatzmärkte führten zu einer angespannten Gesamtsituation. Die Produktion von Nadelschnittholz verharrt seit 2023 auf tiefem Niveau. In zahlreichen Unternehmen wurden Produktionskapazitäten reduziert, Investitionen zurückgestellt und teilweise auch Personal abgebaut. Da sich keine Entspannung bei der Rohstoffsituation abzeichnet, sind in den kommenden Jahren weitere grundlegende Veränderungen in der europäischen Holzindustrie absehbar (Schliessungen, Verkäufe, Übernahmen).

Für 2026 erwartet die EOS eine stagnierende Nadelschnittholz-Produktion in Europa. Von allen Weltmärkten wird Nordafrika momentan das grösste Absatzpotenzial attestiert. Die USA bleiben für europäische Holzexporteure wichtig, aber infolge von Präsident Trumps Zollpolitik unberechenbar.

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Internationale Nadelholz-Konferenz in Oslo

Vom 22.–24. Oktober 2025 fand in Oslo (Norwegen) die 73. Internationale Nadelholzkonferenz mit über 260 Fachleuten aus der ganzen Welt statt.

Die aktuelle Lage zeigt sich anspruchsvoll: im Vergleich zu den Spitzenjahren 2020/21 hat sich die Nadelholzproduktion in Europa auf einem rund 10 % tieferen Niveau eingependelt. Hohe Rundholzpreise belasten weiterhin die Margen. Es gibt viele Anzeichen für eine strukturelle Inflation in Europa, aber auch auf diversen Überseemärkten, die die Wirtschaft in den kommenden Jahren beeinflussen wird.

Die Zeichen für 2026 stehen auf Stabilisierung. Mehr Kooperation in der Wertschöpfungskette und ein stärkerer Fokus auf den Klimavorteil von Holz sollen dabei helfen, die Branche zukunftsfähig zu machen. Die Versorgungssituation der Holzindustrie rückt zunehmend in den Vordergrund. Da die Fichtenbestände in Mitteleuropa merklich zurückgehen, dürfte die Nachfrage nach anderen Baumarten, insbesondere Kiefernholz, weiter zunehmen. Grosses Potenzial sieht die Holzindustrie bei technischen Entwicklungen, die zu mehr Ressourceneffizienz führen.

Belastend für die Branche bleibt die Bürokratie. Ein zentrales Thema an der Konferenz war die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). Die nächste Internationale Nadelholzkonferenz findet am 28.-29. Oktober 2026 in Dublin/Irland statt.

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Holzernte

In mehreren Regionen übersteigt die Nachfrage insbesondere bei Nadelholz und speziell bei Fichte/Tanne das verfügbare Angebot deutlich. Viele Holzindustriebetriebe berichten Anfang 2026 von tiefen Rundholz-Lagerbeständen. Diese Situation dürfte sich in den kommenden Monaten bis mindestens zum Sommer 2026 kaum entspannen.

Auch der anhaltende Fachkräftemangel im Forst – sowohl bei Förstern als auch bei Forstwart/innen – verschärft die Situation zusätzlich.

Die hohe Nachfrage ermöglicht zwar eine rasche Abfuhr eingeschlagener Sortimente, führt jedoch insgesamt zu einem intensiveren Wettbewerb um verfügbare Rohstoffe innerhalb der Branche.

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Rundholzpreise

Die Nadelholz-Preisindizes sind seit Anfang 2025 um rund 11°% gestiegen.

Steigende Rundholzpreise erhöhen den Kostendruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Nicht alle Unternehmen können diese Mehrkosten vollständig an ihre Kunden weitergeben, was insbesondere bei Standardsortimenten zu sinkenden Margen führt.

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Rundholzeinschnitt und Schnittholzproduktion

Im Januar 2026 traf sich die Holzmarktkommission (HMK) in neu konstituierter Zusammensetzung erstmals. Vertreten waren Holzlieferanten und Holzabnehmer. Neben aktuellen Themen zu Wald und Holz diskutierte die Kommission die Marktlage für Schweizer Rohholz und hielt eine weiterhin hohe Nachfrage der Sägewerke nach Rundholz fest.

Die HMK spricht von einer insgesamt guten Marktlage. Die Prognose bis Sommer 2026 zeigt, dass Rohholz, das auf den Rundholzmarkt kommt, von den Sägereien zu wettbewerbsgerechten Preisen übernommen werden kann.

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Schnittholzpreisindex

Nach dem starken Preisverfall von über 15 % seit 2022 und der anschliessenden Bodenbildung im Jahr 2024 ist der Schnittholzpreisindex seit Anfang 2025 um 2,2 % gestiegen. Ob sich der zuletzt beobachtete leichte Aufwärtstrend nachhaltig fortsetzt oder lediglich eine vorübergehende Marktanpassung darstellt, bleibt abzuwarten.

Von Seiten der Holzbaubetriebe wird ebenfalls über einen anhaltend starken Preisdruck im Holzbau berichtet, der sich zunehmend auf Kalkulationen und Margen auswirkt.

Die Herausforderung liegt weniger in der Nachfrage nach Holz als vielmehr in der fehlenden Balance zwischen steigenden Rohstoffkosten und der Marktdurchsetzbarkeit der gestiegenen Preise.

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Aussenhandel mit Schnittholz

Im Aussenhandel mit Schnittholz (roh und bearbeitet) zeigten sich im Berichtsjahr unterschiedliche Entwicklungen bei Preisen und Mengen. Der durchschnittliche Importpreis lag bei 433.3 CHF pro m³ und damit um 4.0 % über dem Vorjahresniveau. Auch auf der Exportseite stiegen die Preise leicht: Der durchschnittliche Exportpreis erreichte 228.0 CHF pro m³, was einer Zunahme von 1.5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

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Aussenhandel mit Schnittholz

Erstmals lagen die Exportmengen von Schnittholz über den Importmengen. Die Importe (roh und bearbeitet) beliefen sich auf 193’078 m³ und gingen gegenüber dem Vorjahr um 9,0 % zurück. Die Exporte nahmen hingegen moderat um 5,8 % auf 214’795 m³ zu.

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Leimholzproduktion

Die Fachgruppe Leimholz von Holzindustrie Schweiz (HIS), in der die führenden Verarbeiter von Schweizer Leimholz zusammengeschlossen sind, führt jährlich eine Produktionserhebung durch. Diese ergab, dass im Jahr 2025 in der Schweiz mindestens 211’450 m³ Schnittholz zu Leimholz verarbeitet wurden – ein leichter Rückgang von nur 1 % im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts des starken Importdrucks lässt dieses Ergebnis dennoch optimistisch auf das Jahr 2026 blicken.

Die Erhebung zeigt zudem, dass vor allem Brettschichtholz und Balkenschichtholz produziert wurden. Darüber hinaus kamen auch Produkte wie Brettsperrholz sowie Deckensysteme (z. B. Hohlkastenelemente und Stegträger) zum Einsatz. Der Anteil an Schweizer Schnittholz bleibt dabei konstant hoch und liegt weiterhin über 85 %.

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Restholzverarbeitung

Der wichtigste Restholzverwertungskanal ist seit 2021 die Abgabe von Energieholz an Dritte. Dieser Trend dürfte sich auch 2025 weiter fortgesetzt haben. Darauf weisen unter anderem die Zahlen von proPellets hin.

Der Schweizer Pelletskonsum ist um knapp 10 % gestiegen – von 461’000 Tonnen im Jahr 2024 auf 505’000 Tonnen im Jahr 2025. Auch die Schweizer Hersteller produzierten mit 352’000 Tonnen rund 9 % mehr als im Vorjahr (323’000 Tonnen). Die Pelletimporte nahmen ebenfalls stark zu: von 71’600 Tonnen im Jahr 2023 auf 120’400 Tonnen im Jahr 2024 und im Jahr 2025 nochmals um über 20 % (Quelle: proPellets).

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Fokusthema: Tage Des schweizer Holzes 2025



So funktioniert Schweizer Holz
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Christoph Spinnler, Leiter Marketing Schweizer Holz

Ein Blick in die ganze Wertschöpfungskette
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Unter anderem konnten die Besucher sich an den Besuchstagen auch ein Bild von der Holzernte im Wald machen.

Aktiv für die branche

In den Bereichen Betriebswirtschaft, Normierung, Technik und Zertifizierung erbringt Holzindustrie Schweiz für seine Mitglieder umfassende Dienstleistungen.

Berufsbildung

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Lernender positioniert einen Holzbalken in der Produktionshalle.



Fachveranstaltung Forstliche Erschliessung

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Teilnehmende der Fachveranstaltung stehen im Wald und verfolgen eine fachliche Erläuterung zur forstlichen Erschliessung.

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Jacques Rime

Präsident
Despond SA
Bulle

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Urban Jung

Lehmann Holzwerk AG
Gossau

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Tobias Osterwalder

Schilliger Holz AG
Küssnacht a. R.

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Gauthier Corbat

Groupe Corbat
Vendlincourt

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André Albisser

Christen Sägewerke
Luthern und Willisau

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Michael Gautschi

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Richard Chopard

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Frédéric Martin

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Bernhard Muhr

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Roland Furrer

Organe, Organisation, Mitglieder von HIS